Tim Holt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy, sagte: „Der Ausbau der Offshore-Netzanbindungen gehört aktuell zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Energiewende – vor allem in dem Tempo, das jetzt gefragt ist. Wir haben daher unsere Kapazitäten in Deutschland gezielt ausgebaut. Damit unsere Technologien letztlich aber auch verbaut werden können, sind wir auf starke Partner im maritimen Bereich angewiesen. Wir begrüßen es, dass durch die Neptun Werft dringend benötigte, zusätzliche Kapazitäten entstehen.“
Stefan Kapferer, CEO 50Hertz, sagte: „Als Übertragungsnetzbetreiber für Ostdeutschland, Berlin und Hamburg freuen wir uns, dass sich in einem transparenten und offenen Ausschreibungsverfahren sowohl preislich als auch technisch ein Konsortium durchsetzen konnte, das wesentliche Komponenten auf einer Werft in unserem Netzgebiet fertigen lässt. Es beweist, dass heimische Werften beim Bau von Offshore-Plattformen mittlerweile wettbewerbsfähige Angebote abgeben können.“
Rund 95 Prozent der Wertschöpfung des Anteils von Siemens Energy für den North Sea Connector 2 wird in Deutschland erbracht: Die Transformatoren und Konverter kommen aus Nürnberg, die SF₆‑freien, gasisolierten Schaltanlagen aus Berlin. Siemens Energy investiert derzeit mehrere hundert Millionen Euro in die Erweiterung dieser Standorte, um den gestiegenen Bedarf an Technologien für die Energiewende abarbeiten zu können.
Damit Strom aus weit entfernt liegenden Offshore-Windparks effizient an Land transportiert werden kann, wird er bereits auf See von Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt. Dafür wird eine sogenannte Offshore-Konverterplattform eingesetzt. Sie besteht aus zwei Hauptteilen: einem Fundament auf Stelzen (Jacket) sowie einem haushohen Stahlkonstrukt (Topside). Die Topside für das Projekt North Sea Connector 2 wird von der Meyer Werft in Rostock-Warnemünde gebaut. Anschließend wird sie von Siemens Energy mit der notwendigen Übertragungstechnik ausgestattet. Parallel dazu fertigt das Stahlbau-Unternehmen Smulders in den Niederlanden das Jacket, auf dem die Topside später rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt in der Nordsee installiert wird. Nach der Inbetriebnahme wandelt die Plattform den von den Windturbinen erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um und transportiert ihn über Seekabel an Land. In einer Land-Konverterstation in der Nähe von Schwerin wird der Strom wieder in Wechselstrom zurückgewandelt und in das Stromnetz eingespeist.