Ergebnisveröffentlichung Q3 GJ 2022 - Gas and Power zeigt Widerstandsfähigkeit, während SGRE erneut das Konzernergebnis belastet – entscheidende Schritte wurden unternommen, um Siemens Energy auf die Energiewende auszurichten

8. August 2022
München

  • Im abgelaufenen Quartal zeigte Gas and Power (GP) erneut eine solide Leistung, trotz widriger geopolitischer und makroökonomischer Faktoren, die weiterhin die allgemeine Geschäftsentwicklung von Siemens Energy beeinträchtigen. Während beide Segmente starkem Gegenwind durch gestiegene Material- und Logistikkosten sowie durch die angespannte Situation an den Beschaffungsmärkten ausgesetzt waren, bewies GP Widerstandsfähigkeit aufgrund der stringenten Umsetzung des Effizienzsteigerungsprogramms.
  • Siemens Energy hat im dritten Quartal mit der Restrukturierung seiner Geschäftsaktivitäten in Russland begonnen. Dies belastete das Ergebnis von GP mit 0,2 Mrd. €, die unter strategischen Portfolioentscheidungen als Sondereffekt ausgewiesen wurden. Es wird erwartet, dass diese Restrukturierungsmaßnahmen zum Ende dieses Geschäftsjahres abgeschlossen sind und keine weiteren wesentlichen finanziellen Auswirkungen haben.
  • Der Auftragseingang war weiterhin stark und legte gegenüber dem Vorjahresquartal auf vergleichbarer Basis (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) um 60,0% zu. Beide Segmente trugen zum Wachstum bei. Mit dem Auftragseingang des dritten Quartals von 9,8 Mrd. € stieg der Auftragsbestand auf einen weiteren Rekordwert und betrug 93,4 Mrd. €.
  • Die Umsatzerlöse von 7,3 Mrd. € lagen auf vergleichbarer Basis um 4,7% unter dem Vorjahreswert, da das Wachstum bei GP durch einen Rückgang bei Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) überwogen wurde.
  • Trotz der Beeinträchtigungen aufgrund von Engpässen in den Lieferketten berichtete GP ein positives Angepasstes EBITA vor Sondereffekten von 212 Mio. € und lag damit annähernd auf Vorjahresniveau. Der hohe Verlust bei SGRE führte bei Siemens Energy zu einem Angepassten EBITA vor Sondereffekten von minus 131 Mio. € (Q3 GJ 2021: plus 54 Mio. €). Vor allem im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Russlandgeschäfts beliefen sich die Sondereffekte auf minus 298 Mio. € (Q3 GJ 2021: minus 178 Mio. €). Das Angepasste EBITA von Siemens Energy betrug minus 429 Mio. € (Q3 GJ 2021: minus 124 Mio. €).
  • Dementsprechend betrug der Verlust nach Steuern von Siemens Energy 533 Mio. € (Q3 GJ 2021:minus 307 Mio. €). Das entsprechende unverwässerte Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,54 € (Q3 GJ 2021: minus 0,32 €).
  • Der Free Cash Flow vor Steuern ging auf minus 25 Mio. € (Q3 GJ 2021: plus 328 Mio. €) zurück. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung bei SGRE, während GP das starke Niveau des Vorjahresquartals übertraf.
  • Am 21. Mai 2022 hat die Siemens Energy AG ein freiwilliges Kaufangebot für alle ausstehenden Aktien an der Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. bekannt gegeben, das heißt rund 32,9% des Grundkapitals, die noch nicht von der Siemens Energy AG gehalten werden. Den Minderheitsaktionären wird ein Preis von 18,05 € pro Aktie angeboten. Nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion beabsichtigt die Siemens Energy AG, das Unternehmen von den spanischen Wertpapierbörsen zu nehmen (Delisting), an denen die Aktien der Siemens Gamesa Renewable Energy S.A. als Mitglied des spanischen IBEX-35-Index derzeit gehandelt werden. Im Juni 2022 wurden Barsicherheiten in Höhe von 1,15 Mrd. € zugunsten der spanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde hinterlegt, wodurch sich die Nettoliquiditäts-Position von Siemens Energy zum Ende des abgelaufenen Quartals verringerte.
  • Obgleich weitere negative Auswirkungen in Verbindung mit geopolitischen und makroökonomischen Herausforderungen nicht ausgeschlossen werden können, geht der Vorstand weiterhin davon aus, die Prognose für GP und Siemens Energy zu erreichen, wobei Auswirkungen aufgrund der Umsatzerlöseinbußen in Verbindung mit dem Russlandgeschäft beim vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse ausgenommen werden. Im Geschäftsjahr 2022 wird für Siemens Energy ein Verlust nach Steuern erwartet, der das Vorjahresniveau annähernd in Höhe der Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Russlandgeschäfts (ausgewiesen als Sondereffekt) übersteigt.

 

Christian Bruch, Vorsitzender des Vorstands der Siemens Energy AG:

„Unser Gas-and-Power-Geschäft hat im abgelaufenen Quartal erneut geliefert und damit seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Trotz beispielloser makroökonomischer Herausforderungen sehen wir ein deutlich höheres Auftragsvolumen und eine wachsende Nachfrage nach unseren Energiewende-Technologien. Zusätzlich zur Bewältigung des Tagesgeschäfts hat das Gas-and-Power-Team damit begonnen, die Weichen für eine neue Organisationsstruktur zu stellen. Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen und die Strukturen zu vereinfachen. Und doch gibt es im dritten Quartal auch wieder Schattenseiten. Siemens Gamesa verzeichnet weiterhin hohe Verluste in einem schwierigen Marktumfeld. Die schlechte Leistung von Siemens Gamesa wirkt sich negativ auf unser Gesamtergebnis aus. Wir erwarten vom Siemens Gamesa Management nun die konsequente Umsetzung des Sanierungsplans. Während des dritten Quartals haben wir ein Kaufangebot für alle ausstehenden Aktien von Siemens Gamesa mit der Absicht eines Delisting und der vollständigen Integration angekündigt.“

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Ergebnisveröffentlichung Q3 GJ 2022 - Gas and Power zeigt Widerstandsfähigkeit, während SGRE erneut das Konzernergebnis belastet – entscheidende Schritte wurden unternommen, um Siemens Energy auf die Energiewende auszurichten
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Ausblick

Für das Segment GP erwarten wir im Geschäftsjahr 2022 weiterhin ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) und eine Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten in Richtung des unteren Endes der Prognosespannen von plus 1% bis plus 5% beziehungsweise plus 4,5% bis plus 6,5%. Jedoch werden beim vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse die Auswirkungen des gegenwärtigen Marktumfeldes in Russland ausgenommen. Für das Geschäftsjahr 2023 streben wir unverändert eine Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten in einer Bandbreite von plus 6% bis plus 8% an.

SGRE
arbeitet nun daraufhin, im Geschäftsjahr 2022 ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum annähernd am unteren Ende der bisherigen Zielspanne von minus 9% bis minus 2% sowie eine EBIT-Marge vor Effekten aus der Kaufpreisallokation (PPA) und Integrations- und Restrukturierungskosten von circa minus 5,5% zu erreichen.

Dementsprechend erwarten wir für Siemens Energy weiterhin Ergebnisse am unteren Ende der Prognosespannen für die vergleichbare Umsatzerlösentwicklung (minus 2% bis plus 3%, ausgenommen russlandbezogene Auswirkungen) und die Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten (plus 2% bis plus 4%). Wir gehen nun von einem Verlust nach Steuern von Siemens Energy im Geschäftsjahr 2022 aus, der das Vorjahresniveau annähernd um die als Sondereffekt berichteten Belastungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Russlandgeschäfts übersteigt. Wir erwarten weiterhin einen Free Cash Flow vor Steuern in einem positiven mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich.

Diese Prognose unterstellt keine weiteren wesentlichen finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unsere Geschäfte. Belastungen aus rechtlichen und regulatorischen Themen sowie weitere negative Auswirkungen aufgrund des Ukraine-Krieges und seiner wirtschaftlichen Konsequenzen sind ausgenommen.

Hinweise und zukunftsgerichtete Aussagen

Dieses Dokument enthält Aussagen, die sich auf unseren künftigen Geschäftsverlauf und künftige finanzielle Leistungen sowie auf künftige Siemens Energy betreffende Vorgänge oder Entwicklungen beziehen und zukunftsgerichtete Aussagen darstellen können. Diese Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie „erwarten“, „wollen“, „antizipieren“, „beabsichtigen“, „planen“, „glauben“, „anstreben“, „einschätzen“, „werden“ und „vorhersagen“ oder an ähnlichen Begriffen. Wir werden gegebenenfalls auch in anderen Berichten, Prospekten, in Präsentationen, in Unterlagen, die an Aktionäre verschickt werden, und in Pressemitteilungen zukunftsgerichtete Aussagen tätigen. Des Weiteren können von Zeit zu Zeit unsere Vertreter zukunftsgerichtete Aussagen mündlich machen. Solche Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Erwartungen und bestimmten Annahmen des Managements von Siemens Energy, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Siemens Energy liegen. Sie unterliegen daher einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, die in Veröffentlichungen - insbesondere im Kapitel Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken des Geschäftsberichts und im Halbjahresfinanzbericht, der zusammen mit dem Geschäftsbericht gelesen werden sollte - beschrieben werden, sich aber nicht auf solche beschränken. Sollten sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren, Ereignisse von höherer Gewalt, wie Pandemien, eintreten oder sollte es sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Erwartungen, einschließlich künftiger Ereignisse, nicht oder später eintreten beziehungsweise Annahmen sich nicht erfüllt haben, können die tatsächlichen Ergebnisse, Leistungen und Erfolge von Siemens Energy (sowohl negativ als auch positiv) wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die ausdrücklich oder implizit in der zukunftsgerichteten Aussage genannt worden sind. Siemens Energy übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Dieses Dokument enthält – in einschlägigen Rechnungslegungsrahmen nicht genau bestimmte – ergänzende Finanzkennzahlen, die sogenannte alternative Leistungskennzahlen sind oder sein können. Für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Siemens Energy sollten diese ergänzenden Finanzkennzahlen nicht isoliert oder als Alternative zu den im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit einschlägigen Rechnungslegungsrahmen ermittelten Finanzkennzahlen herangezogen werden. Andere Unternehmen, die alternative Leistungskennzahlen mit einer ähnlichen Bezeichnung darstellen oder berichten, können diese anders berechnen. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und anderen Berichten nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

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Tim Proll-Gerwe

Siemens Energy 

 

Siemens Energy gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern an den Energiesystemen der Zukunft und unterstützt so den Übergang zu einer nachhaltigeren Welt. Mit seinem Portfolio an Produkten, Lösungen und Services deckt Siemens Energy nahezu die gesamte Energiewertschöpfungskette ab – von der Energieerzeugung über die Energieübertragung bis hin zur Speicherung. Zum Portfolio zählen konventionelle und erneuerbare Energietechnik, zum Beispiel Gas- und Dampfturbinen, mit Wasserstoff betriebene Hybridkraftwerke, Generatoren und Transformatoren. Mehr als 50 Prozent des Portfolios sind bereits dekarbonisiert. Durch die Mehrheitsbeteiligung an der börsennotierten Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) gehört Siemens Energy zu den Weltmarktführern bei Erneuerbaren Energien. Geschätzt ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung basiert auf Technologien von Siemens Energy. Siemens Energy beschäftigt weltweit mehr als 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 90 Ländern und erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von ca. 27,5 Milliarden Euro.

www.siemens-energy.com.