Siemens Energy erhält Großauftrag für den größten LNG-to-Power-Komplex in Lateinamerika

23. November 2021
München

  • Schlüsselfertiges GuD-Kraftwerk mit einer Leistung von 1,7 Gigawatt
  • Langfristiger Servicevertrag sowie Betrieb und Wartung
  • Bezahlbarer und effizienter Strom für rund 14 Millionen Haushalte
  • Projektvolumen von rund 1 Milliarde Euro

 

Siemens Energy hat einen Auftrag für den schlüsselfertigen Bau eines Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerks für das integrierte LNG-to-Power-Projekt UTE GNA II im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro erhalten. Mit dem Bau des Kraftwerks im Hafen Porto do Açu wurde bereits begonnen. Auftraggeberin ist die Projektgesellschaft Gás Natural Açu (GNA). Im Sommer 2021 wurde bereits das Kraftwerk GNA I erfolgreich in Betrieb genommen, GNA II ist das zweite schlüsselfertige GuD-Kraftwerk von Siemens Energy am Standort. Es wird eine zusätzliche Leistung von 1,7 Gigawatt (GW) bereitstellen. Mit einer Gesamtleistung von 3 GW werden die beiden Kraftwerke dann rund 14 Millionen Haushalte mit elektrischer Energie versorgen können. Die Projektgesellschaft setzt auf die hocheffizienten Gasturbinen der HL-Klasse von Siemens Energy, sie kommen erstmals in Brasilien zum Einsatz. Die mit Flüssiggas (LNG) betriebenen GuD-Anlagen werden die effizientesten thermischen Kraftwerke Lateinamerikas sein. Das gesamte Projektvolumen beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro. 

Das Bild zeigt ein Modell des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks GNA II im Hafen von Açu in Brasilien
Endmontage Gasturbinenwerk Berlin

Der Auftrag für Siemens Energy umfasst die Lieferung des Power Islands, bestehend aus drei Gasturbinen der HL-Klasse, einer Dampfturbine, vier Generatoren und drei Abhitzedampferzeugern sowie der Elektro- und Leittechnik. Darüber hinaus hat Siemens Energy einen langfristigen Servicevertrag unterzeichnet. Das Unternehmen wird auch den Betrieb und die Wartung der Anlage übernehmen. Darin eingeschlossen sind Fernüberwachung und -diagnose des Kraftwerks durch das Remote Operation Center in Jundiaí, São Paulo. Das Kraftwerk wird gemeinsam mit dem Konsortialpartner Andrade Gutierrez gebaut, der die Bauarbeiten, die Infrastruktur und die Montage übernehmen wird.

„Dieses Projekt ist von strategischer Bedeutung, nicht nur aufgrund seiner Dimension, sondern auch wegen seiner geografischen Lage in der Nähe der beiden wichtigsten Gaspipelinesysteme im Nordosten und Südosten Brasiliens," sagte Jochen Eickholt, Mitglied des Vorstands der Siemens Energy AG. „Und nicht zu vergessen: Unsere Gasturbinen für GNA II sind so ausgelegt, dass sie in Zukunft auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Unsere Technologie ist damit zukunftssicher für unsere Kunden," ergänzte Eickholt.

Das Projekt Açu Natural Gas umfasst den Bau von zwei thermischen Kraftwerken, eines Terminals zum Import und zur Regasifizierung von Flüssiggas sowie eines Umspannwerks und einer Stromübertragungsleitung, die das Kraftwerk mit dem Netz verbindet. Der Komplex ist Teil des sogenannten Açu Gás Hubs. Das Vorhaben wird im Hafen von Açu entwickelt und soll eine Logistiklösung bereitstellen für den Empfang, die Verarbeitung, den Verbrauch und den Transport von Erdgas aus den Becken Campos und Santos sowie für den Import und die Lagerung von Flüssiggas. Eine zweite Phase wird weitere thermische Kraftwerke umfassen, nachdem GNA bereits die Genehmigung für eine Stromerzeugungsleistung von bis zu 6,4 GW erhalten hat.

Mit dem Bau des Kraftwerks GNA I wurde im Januar 2018 begonnen, im September 2021 hat die Anlage den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Die beiden Kraftwerke werden im Rahmen des nationalen Verbundsystems die Regionen Espírito Santo, Minas Gerais und Rio de Janeiro mit Energie versorgen.

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