Siemens Energy errichtet ferngesteuertes Gaskraftwerk zur Absicherung der deutschen Stromversorgung

10. Juni 2021
München

  • Neues Gaskraftwerk dient als „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“
  • Anlage kann in maximal 30 Minuten bis zu 300 Megawatt bereitstellen
  • Modernes Service Center ermöglicht rein digitalen Remote-Betrieb

 

Siemens Energy wird in Leipheim im Südwesten von Bayern im Auftrag des ostdeutschen Energieunternehmens LEAG ein neues Gaskraftwerk als sogenanntes „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ (bnBm) schlüsselfertig errichten. Die Netzstabilitätsanlage wird auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreiber Amprion eingesetzt, um im Notfall die Netzstabilität und damit eine zuverlässige Stromversorgung in Süddeutschland gewährleisten zu können. Notfallsituationen können eintreten, wenn Betriebsmittel im Netz wie zum Beispiel Leitungen ausfallen. Das Gaskraftwerk Leipheim dient ausschließlich der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Übertragungsnetzes und steht gemäß dem deutschen Energiewirtschaftsgesetz dem freien Strommarkt nicht zur Verfügung. Das bnBm Leipheim wird jederzeit innerhalb von maximal 30 Minuten eine elektrische Leistung von bis zu 300 Megawatt bereitstellen können. Siemens Energy wird neben der Errichtung auch Betrieb und Wartung (Operation & Maintenance – O&M) der Anlage für zunächst fünf Jahre in Zusammenarbeit mit der LEAG übernehmen. Der Betrieb wird dabei vollständig aus dem ISO-zertifizierten Remote O&M Support Center (ROMSC) von Siemens Energy in Erlangen, Bayern, heraus erfolgen. Die Anlage ist damit eine der ersten weltweit, die rein digital aus der Ferne betrieben wird. 

Zeichnung des neuen Gaskraftwerks Leipheim im Südwesten Bayerns, das als besonderes netztechnisches Betriebsmittel einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Süddeutschland leisten wird.

Das bnBm wird auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Leipheim entstehen. Der Lieferumfang von Siemens Energy umfasst neben der schlüsselfertigen Errichtung und dem O&M-Vertrag eine Gasturbine vom Typ SGT5-4000F, einen SGen-2000P-Generator sowie das Leittechniksystem SPPA-T3000. Hinzu kommt ein System zur Kühlung der Ansaugluft und ein System zur Eindüsung von vollentsalztem Wasser in die Gasturbine. Diese Systeme stellen sicher, dass die Anlage auch an heißen Tagen in maximal 30 Minuten bis zu 300 Megawatt erzeugen kann.

„Das Gaskraftwerk Leipheim ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende in der Stromerzeugung“, sagte Karim Amin, Executive Vice President Generation bei Siemens Energy. „Wir freuen uns sehr über die erfolgreiche Projektentwicklung von Leipheim und dass wir dazu beitragen können, die Versorgungssicherheit in Deutschland zu verbessern. Ein interessanter Aspekt in diesem Projekt ist unsere digitale Lösung, die Anlage komplett aus der Ferne zu betreiben – ein entscheidender Schritt, um die Möglichkeiten der Digitalisierung umfassend zu nutzen.“

Siemens Energy hat das Projekt gemeinsam mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm und der STEAG erfolgreich entwickelt. Die für die Errichtung und Betrieb der Anlage benötigte Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) liegt vor. Im Februar 2021 wurde die Projektgesellschaft Gaskraftwerk Leipheim GmbH & Co. KG (GKL) an das Energieunternehmen LEAG übertragen und im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens der Zuschlag für die Errichtung des Gaskraftwerks am Standort Leipheim von Amprion an die GKL erteilt.

„Mit dieser Investition übernehmen wir als erfahrener Kraftwerksbetreiber auch im Süden Deutschlands Verantwortung für eine sichere Energieversorgung“, sagte Hubertus Altmann, LEAG-Vorstand Kraftwerke. „Wie auch die beiden bereits von der LEAG betriebenen Gasturbinenkraftwerke Thyrow und Ahrensfelde bei Berlin wird das Gaskraftwerk Leipheim nach seiner Fertigstellung der Netzstabilisierung dienen. Für den stabilen Netzbetrieb und damit für das Gelingen der Energiewende sind derartige Anlagen dringend erforderlich.“

Das moderne Service Center (ROMSC) von Siemens Energy hat die ISO-Zertifizierung 27001 erlangt und ist in der Lage, Kraftwerke aus der Ferne zu betreiben. Dies ermöglicht den Betrieb der Anlage mit einer zweiköpfigen Tagesschicht vor Ort, während die Steuerung und die Überwachung von Erlangen aus erfolgen. Um eine bestmögliche Zusammenarbeit mit dem ROMSC zu ermöglichen, wird das Wartungsteam vor Ort mit modernster Connected Worker-Technologie ausgestattet. Der Connected Worker, ausgestattet mit Helmkamera, Mikrofon und Kopfhörer, kann so mittels einer sicheren Internetverbindung mit der entfernten Leitwarte kommunizieren. Moderne Softwarelösungen mit Spracherkennung, künstlicher Intelligenz und Augmented Reality-Funktionen unterstützten ihn zusätzlich. Diese Kombination aus Onsite- und Remote-Spezialisten garantiert, dass das Kraftwerk rund um die Uhr verfügbar ist.

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Kerstin Schirmer 

 

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