Siemens Energy schließt erstes vollständiges Geschäftsjahr erfolgreich ab

10. November 2021
München

  • Umsatzerlöse steigen, Auftragsbestand von 83,8 Mrd. €
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Segment Gas and Power zeigen Wirkung: operatives Ergebnis deutlich verbessert
  • Restrukturierungskosten sowie Verluste bei SGRE sorgen für Nettoverlust
  • Solides viertes Quartal mit starkem Umsatz, Auftragseingang und Cashflow in beiden Segmenten
  • Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,10 € je Aktie vorzuschlagen

 

In einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld hat Siemens Energy sein erstes Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen erfolgreich abgeschlossen. Das Energietechnologieunternehmen präsentiert in seiner heutigen Bilanzpressekonferenz in München die Finanzkennzahlen des Geschäftsjahres 2021, das am 30. September abgeschlossen wurde. Bekanntgegeben werden die Zahlen des Segments Gas and Power und des Konzerns Siemens Energy. Das zweite Berichtssegment Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE), das als eigenständiges Unternehmen an der spanischen Börse gelistet ist, hat bereits am 5. November seine Bilanz vorgelegt.

Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender Siemens Energy AG: „Mit unserem ersten vollen Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen bin ich zufrieden. Das Team hat einen hervorragenden Job gemacht und in einem schwierigen Marktumfeld das Fundament für unsere Transformation gelegt. Besonders freut mich, dass wir unsere Hausaufgaben in der Sparte Gas and Power machen und die operative Profitabilität verbessern konnten. Zwar steht am Ende immer noch ein Verlust bei Siemens Energy, das liegt neben den bekannten Problemen im Onshore-Geschäft von Siemens Gamesa aber vor allem an den Restrukturierungsmaßnahmen und war daher eingeplant. Im aktuellen Geschäftsjahr konzentrieren wir uns weiter auf unseren Plan zur Steigerung der Profitabilität. Damit sind wir auf Kurs für die Erreichung unserer Mittelfristziele.“

Der Auftragseingang von Siemens Energy bewegte sich mit 33 Mrd. € nach wie vor auf einem hohen Niveau. Im Jahresvergleich sind die Aufträge zwar um moderate 2,9 % zurückgegangen, das lag allerdings im Rahmen des Erwartbaren, einerseits aufgrund von Währungseffekten, andererseits weil SGRE im vergangenen Geschäftsjahr einen außergewöhnlich guten Auftragseingang zu verzeichnen hatte. Im Segment Gas and Power hat vor allem der Geschäftsbereich „Transmission“ mit Großaufträgen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ), darunter die Projekte SuedOstLink und SuedLink, positiv zum Auftragseingang beigetragen. Mit seiner HGÜ-Technologie gehört Siemens Energy zu den Branchenführern und ist mit SuedLink an Deutschlands größtem Energieinfrastrukturprojekt beteiligt. Kürzlich wurde Siemens Energy erstmals auch in den USA mit der Netzanbindung eines Offshore-Großwindparks beauftragt. Für einen Windpark vor der Küste des Bundesstaates New York wird Siemens Energy in einem Konsortium mit der norwegischen Aker Solutions das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssystem (HGÜ) liefern, das den grünen Strom die 50 Kilometer vom Windpark an das Festland transportiert. Es handelt sich hierbei um das erste Offshore-Projekt in den USA, bei dem die HGÜ-Technologie zur Anwendung kommt. Der Auftragsbestand auf Konzernebene betrug zum Ende des Geschäftsjahres 83,8 Mrd. €. Die Umsatzerlöse von Siemens Energy sind im Geschäftsjahr 2021 durch ein Wachstum in beiden Segmenten um 3,7 % auf 28,5 Mrd. € gestiegen und lagen damit innerhalb des prognostizierten Rahmens.

Deutlicher Zuwachs beim operativen Ergebnis

Mit einem Angepassten EBITA vor Sondereffekten in Höhe von 661 Mio. € verbesserte sich das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2021 deutlich. Im Vorjahr wurde noch ein Minus von 17 Mio. € verbucht. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die operativen Verbesserungen im Segment Gas and Power, die sich positiv auf das Ergebnis auswirkten. Siemens Energy hatte im Februar 2021 Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit vorgestellt, die bereits Wirkung zeigen. So wurden zum Beispiel Einkaufsaktivitäten gebündelt und Teile der Produktion optimiert. Hinzu kommen Einsparungen von Sach- und Personalkosten. Bezüglich der Personalkosten in Deutschland hat das Management Mitte September gemeinsam mit den Arbeitnehmervertreter*innen mit dem Abschluss eines Interessenausgleichs und Rahmensozialplans eine gute und zukunftsorientierte Lösung gefunden. Die Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten lag mit 2,3 % ebenfalls innerhalb der angepassten Prognose. Die Sondereffekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 auf 673 Mio. € und umfassten im Wesentlichen Restrukturierungs- und Integrationskosten sowie einen geringen Anteil an Einmalkosten, die noch mit der Abspaltung verbunden waren. Bereinigt um die Sondereffekte erreichte das Angepasste EBITA mit einem Minus von 12 Mio. € fast die Gewinnzone. Im Geschäftsjahr 2020 betrug der Verlust noch rund 1,5 Mrd. €. Damals hatten sich neben Restrukturierungsaufwendungen und Einmalkosten insbesondere portfoliobezogene Wertminderungen und Abschreibungen im Ergebnis niedergeschlagen. Erwartungsgemäß hat Siemens Energy das Geschäftsjahr 2021 nach Abzug von Steuern mit einem Verlust in Höhe von 560 Mio. € abgeschlossen, bedingt durch die Sondereffekte sowie Verluste bei SGRE. Das war eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr, in dem der Verlust nach Steuern rund 1,9 Mrd. € betrug. Der Free Cash Flow vor Steuern erhöhte sich um 39,1 % auf rund 1,36 Mrd. €.

Mit Blick auf die positive Entwicklung, insbesondere des starken Cashflows, beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,10 € je Aktie vorzuschlagen.

Für Siemens Energy war es das erste Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen. Das Energietechnologieunternehmen wurde im September 2020 vollständig von der Siemens AG abgespalten und am 28. September an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Bereits im Dezember erfolgte die Aufnahme in den MDax, am 22. März 2021 dann auch die Aufnahme in den höchsten deutschen Aktienindex DAX, der zu dieser Zeit noch aus 30 Werten bestand. Siemens Energy beschäftigt insgesamt 91.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in mehr als 90 Ländern aktiv. Das Unternehmen konzentriert sich auf die strategischen Bereiche „Stromerzeugung mit niedrigen oder Nullemissionen“, „Transport und Speicherung von Energie“ sowie „weniger CO2-Emissionen und Energieverbrauch bei industriellen Prozessen“. Geschätzt ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung basiert auf Technologien von Siemens Energy.

Solides viertes Quartal mit hohen Auftragseingängen und starkem Cashflow

Im vierten Quartal, das ebenfalls am 30. September abgeschlossen wurde, konnte Siemens Energy von hohen Auftragseingängen profitieren, die aufgrund mehrerer Großaufträge in beiden Segmenten gegenüber dem Vorjahresquartal um 30,2 % auf 9,1 Mrd. € gestiegen sind. Neben dem Netzausbauprojekt SuedLink, das durch Windkraft erzeugten Strom von der Nordsee in den Süden Deutschlands transportieren soll, konnte Siemens Energy so zum Beispiel den Auftrag für das Gasund Dampfturbinenkraftwerk Sun Ba in Taiwan gewinnen. Die Anlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 1.100 Megawatt wird ein wichtiger Baustein in Taiwans Energiewende sein, die eine Umstellung von Kohle- und Atomkraft auf umweltfreundlichere Gaskraftwerke und erneuerbare Energien zum Ziel hat. Für beide Segmente war das vierte Quartal das umsatzstärkste Quartal im Geschäftsjahr 2021, die Umsatzerlöse von Siemens Energy stiegen um 7,4 % auf 8,2 Mrd. €. Im Segment Gas and Power konnten beträchtliche Zuwächse erzielt werden, SGRE blieb auf dem hohen Niveau des Vorjahresquartals. Auch das Service-Geschäft erwies sich im abgelaufenen Geschäftsjahr als krisenresistent und profitabel und konnte zu den Umsatzerlösen beitragen. Das Angepasste EBITA vor Sondereffekten von Siemens Energy lag mit minus 46 Mio. € im negativen Bereich. Wesentlicher Grund hierfür war der Verlust bei SGRE, der trotz einer starken operativen Verbesserung bei Gas and Power nicht ausgeglichen werden konnte. Das abgelaufene Quartal wurde durch Sondereffekte in Höhe von 281 Mio. € belastet, die vor allem durch die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei Gas and Power begründet waren. Dementsprechend lag das Angepasste EBITA von Siemens Energy mit 327 Mio. € im negativen Bereich, gegenüber einem Minus von 332 Mio. € im Vorjahresquartal. Der Verlust nach Steuern verringerte sich im vierten Quartal nur geringfügig um 1,9 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf minus 383 Mio. €. Bedingt wurde dies durch die negative Ergebnisentwicklung bei SGRE aufgrund von Projektbelastungen im Onshore-Bereich sowie Anlaufkosten in einem Produktionsbereich für Offshore-Plattformen. Sehr positiv hingegen entwickelte sich der Free Cash Flow vor Steuern, der verglichen zum Vorjahresquartal um knapp 40 % auf 985 Mio. € stieg und von vorzeitigen Anzahlungen sowie von Erfolgen im AssetManagement profitierte.

Maria Ferraro, CFO der Siemens Energy AG: „Unsere heutigen Ergebnisse zeigen, dass sich unsere Strategie für das Segment Gas and Power, die wir letztes Jahr auf unserem Kapitalmarkttag angekündigt haben, auszahlt. Wir haben unser operatives Ergebnis deutlich verbessert und unser erstes volles Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen mit einem extrem starken Cashflow abgeschlossen. Natürlich liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns, um unsere Mittelfristziele zu erreichen. Mit den Schritten, die wir dieses Jahr gemacht haben, sind wird jedoch auf einem guten Weg.“

Prognose für das Geschäftsjahr 2022

Siemens Energy erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2022 eine vergleichbare Entwicklung bei den Umsatzerlösen (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) in einem Bereich von minus 1 % bis plus 3 % (Ist-Wert im GJ 2021: 6,0 %) sowie eine Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten von 3 % bis 5 % (Ist-Wert im GJ 2021: 2,3 %). Beim Gewinn nach Steuern erwartet die Konzernleitung eine sehr starke Verbesserung im Hinblick auf das Ziel, ein positives Ergebnis zu erreichen (Ist-Wert im GJ 2021: Verlust nach Steuern von 560 Mio. €). Der Free Cash Flow vor Steuern wird in einem positiven mittleren dreistelligen Millionen-€-Bereich (Ist-Wert im GJ 2021: 1.358 Mio. €) erwartet. Für das Segment Gas and Power wird im Geschäftsjahr 2022 ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse in einem Bereich von 1 % bis 5 % (Ist-Wert im GJ 2021: 4,1 %) sowie eine Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten zwischen 4,5 % und 6,5 % (Ist-Wert im GJ 2021: 4,6 %) angestrebt. Für das Segment SGRE wird für das Geschäftsjahr 2022 ein vergleichbarer Rückgang der Umsatzerlöse zwischen minus 2 % und minus 7 % prognostiziert (Ist-Wert im GJ 2021: Wachstum von 9,0 %). Die Angepasste EBITA-Marge vor Sondereffekten wird in einem Bereich von 1 % bis 4 % (Ist-Wert im GJ 2021: minus 1,0 %) erwartet.
Diese Prognose unterstellt keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unsere Geschäfte. Belastungen aus rechtlichen und regulatorischen Themen sind ausgenommen. 

Seinen vollständigen Geschäftsbericht veröffentlicht Siemens Energy am 7. Dezember 2021, der Nachhaltigkeitsbericht erscheint am 25. Januar 2022.

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Tim Proll-Gerwe

Siemens Energy

 

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Annette von Leoprechting

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Siemens Energy gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit seinen Kunden und Partnern an den Energiesystemen der Zukunft und unterstützt so den Übergang zu einer nachhaltigeren Welt. Mit seinem Portfolio an Produkten, Lösungen und Services deckt Siemens Energy nahezu die gesamte Energiewertschöpfungskette ab – von der Energieerzeugung über die Energieübertragung bis hin zur Speicherung. Zum Portfolio zählen konventionelle und erneuerbare Energietechnik, zum Beispiel Gas- und Dampfturbinen, mit Wasserstoff betriebene Hybridkraftwerke, Generatoren und Transformatoren. Mehr als 50 Prozent des Portfolios sind bereits dekarbonisiert. Durch die Mehrheitsbeteiligung an der börsennotierten Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) gehört Siemens Energy zu den Weltmarktführern bei Erneuerbaren Energien. Geschätzt ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung basiert auf Technologien von Siemens Energy. Siemens Energy beschäftigt weltweit mehr als 90.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 90 Ländern und erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von ca. 27,5 Milliarden Euro. www.siemens-energy.com.