Siemens modernisiert HGÜ-Verbindung zwischen Nordirland und Schottland

18. Juni 2020
München

  • Upgrade des Leit- und Schutzsystems der HGÜ-Verbindung Moyle Interconnector
  • Höhere Versorgungssicherheit und verbesserte Einbindung erneuerbarer Energien
  • Verbesserung von Systemfunktionen zur Unterstützung der Netzstabilität

 

Siemens Gas and Power (Siemens Energy) hat den Auftrag erhalten, den Moyle Interconnector, eine Verbindung zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ; engl. HVDC) zwischen Ballycronan More in Nordirland und Auchencrosh in Schottland, zu erneuern. Seit fast 20 Jahren betreibt Eigentümer Mutual Energy das Leit- und Schutzsystem des Moyle Interconnectors. Die Modernisierung soll den Betrieb zukünftig noch effizienter gestalten. Für Verbraucher im Vereinigten Königreich wird die Erneuerung der 500-Megawatt-Verbindungsleitung die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung erhöhen. Das Nachrüstprojekt für die 2001 von Siemens installierte Technologie soll im September 2022 abgeschlossen werden. 

HGÜ-Konverterstation in Ballycronan More, Nordirland.

Modernisierungen von HGÜ-Verbindungen stellen komplexe Projekte dar. Einerseits muss der optimale Umfang der nötigen Upgrades erkannt werden und andererseits müssen die verbleibenden Schnittstellen abgeklärt werden. Dank konstruktiver und detaillierter Gespräche zwischen Mutual Energy und Siemens konnte ein gemeinsames Verständnis erarbeitet und der genaue Umfang des Projektes festgelegt werden. Die Modernisierung beinhaltet die Detailplanung, Fertigung, Werkprüfung, Installation und Inbetriebnahme des Leit- und Schutzsystems. Der Auftrag umfasst auch den Austausch der Hilfsstromversorgungen, Fußpunktelektronik und Messtechnik sowie die Lieferung eines Trainingssimulators für die Leittechnik.

Mit der Erneuerung der Verbindung trägt der Betreiber den Anforderungen der sich weiterentwickelnden Stromnetze in Großbritannien und Nordirland Rechnung. Die Nachrüstung verbessert insbesondere das dynamische Verhalten des Interkonnektors, welches es Mutual Energy ermöglicht, sein Angebot an Zusatzleistungen zur Stabilisierung der Netze auszubauen. Diese Leistungen bieten den Netzbetreibern nicht nur eine Reihe wertvoller Möglichkeiten für die effiziente und zuverlässige Steuerung der Netze, sondern ermöglichen auch die Einbindung von mehr erneuerbaren Energien. Nach der Aufrüstung wird Moyle Interconnector zudem in Überlast betrieben werden können und so über größere Flexibilität verfügen.

Paddy Larkin, Chief Executive von Mutual Energy, sagte über die Modernisierung: „In fast 20 Jahren Betrieb war der Moyle Interconnector ein unentbehrlicher Teil des Energiesystems und wir sind froh, dessen Betrieb und Funktionalität weiter zu verbessern. Das neue System wird die Anpassung an weiterentwickelte Sicherheitsstandards und sich wandelnde Netzbedingungen erlauben. Auf diese Weise können wir unseren Kunden und Nordirlands Energiebedarf bestmöglich dienen. Es war entscheidend für uns, dass die Ausfallzeit während der Arbeiten so gering wie möglich gehalten wird, um den Betrieb nicht zu beeinträchtigen und wir sind sehr zufrieden, dass wir einen Partner haben, der diese Voraussetzung erfüllen kann. Die Sorgfalt und das kollaborative Vorgehen macht Siemens zu einem verlässlichen und vertrauensvollen Partner und wir freuen uns auf die sichere Umsetzung des Projekts durch das Expertenteam.“

„Mit den erweiterten Steuerfunktionen wird das aufgerüstete HVDC Classic-System bestens für die zukünftigen Anforderungen des Energiemarktes gerüstet sein“, sagt Hauke Jürgensen, Leiter Large Transmission Solutions bei Siemens Energy. „Das erneuerte System wird für eine höhere Betriebsstabilität in schwächeren Wechselstromnetzen sorgen und zuverlässig in einer größeren Bandbreite von Netzzuständen arbeiten. Auf diese Weise kann künftig mehr – hauptsächlich aus regenerativen Quellen erzeugte – Energie zwischen Schottland und Nordirland übertragen werden.“

Weitere Informationen zu Siemens Gas and Power finden Sie unter www.siemens.de/energie

Weitere Informationen zur HGÜ-Technologie finden Sie unter www.siemens.de/hvdc

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Christina Hümmer

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In der Siemens Gas and Power GmbH & Co. KG ist das global aufgestellte Energiegeschäft des Siemens-Konzerns gebündelt, der seit mehr als 150 Jahren gemeinsam mit seinen Kunden an Lösungen für die sich weiter entwickelnden Anforderungen von Industrie und Gesellschaft arbeitet. Mit dem geplanten Börsengang wird das Energiegeschäft künftig als Siemens Energy eigenständig agieren. Siemens Energy wird ein breites Spektrum von Kompetenzen entlang der Energiewertschöpfungskette abdecken und ein umfassendes Portfolio für Energieversorger, unabhängige Stromerzeuger, Betreiber von Übertragungsnetzen, die Öl- und Gasindustrie sowie andere energieintensive Branchen anbieten. Mit ihren Produkten, Lösungen, Systemen und Dienstleistungen wird Siemens Energy die Branchen Gewinnung, Verarbeitung und den Transport von Öl und Gas, Strom- und Wärmeerzeugung in zentralen und dezentralen Wärmekraftwerken sowie Stromübertragung und Technologien für die Energiewende einschließlich der Energiespeicherung und Sektorkopplung adressieren. Die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa Renewable Energy wird das zukunftsorientierte Portfolio abrunden. Mit der Verpflichtung, eine treibende Kraft der Dekarbonisierung der globalen Energiesysteme zu werden, will Siemens Energy ein bevorzugter Partner für Unternehmen, Gesellschaften und Kunden auf ihrem Weg in eine nachhaltigere Zukunft sein. Mit rund 90.000 Mitarbeitern weltweit wird Siemens Energy die Energiesysteme von heute und morgen mitgestalten. www.siemens-energy.com.