Siemens und Uniper bündeln Kräfte bei Dekarbonisierung der Stromerzeugung

8. April 2020
München, Düsseldorf

  • Kooperationsvertrag zum Einsatz von Grünem Wasserstoff und Förderung der Sektorkopplung
  • Gemeinsame Projekte zur Transformation von Kraftwerken
  • Anteil an Grünem Gas soll schrittweise steigen

 

Uniper und Siemens Gas and Power haben heute einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die langjährige Partnerschaft beider Unternehmen auf die Dekarbonisierung von Stromerzeugungsanlagen und die Förderung der Sektorkopplung erweitert. Es gilt, die Sektoren Energie, Mobilität und Industrie gemeinsam zu betrachten, denn sie können und müssen alle zur Reduktion der Treibhausgase beitragen. Einen Schwerpunkt der geplanten Zusammenarbeit bilden die Erzeugung und der Einsatz von Grünem Wasserstoff – also Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen. Die Unternehmen wollen Projekte in diesem Bereich entlang der gesamten Wertschöpfungskette gemeinsam umsetzen. 

Der Kooperationsvertrag sieht außerdem vor, das Potenzial der bestehenden Gasturbinen- und Gasspeicheranlagen von Uniper für den Einsatz von Wasserstoff zu prüfen. Im Fokus steht die Frage, welche Rolle Wasserstoff bei der künftigen Neugestaltung von Unipers Kohlekraftwerken spielen kann. Uniper hatte erst kürzlich angekündigt, ihre Kohlekraftwerke in Europa bis spätestens 2025 zu schließen oder umzubauen. Unipers Plan zur Beendigung der Stromerzeugung aus Kohle ist von zentraler Bedeutung für das Unternehmensziel, in Europa bis 2035 CO 2-neutral zu werden.

Siemens Gas and Power unterstützt seine Kunden dabei, ihre Dekarbonisierungs-ziele zu erreichen. Im Rahmen von „Brownfield Transformation“-Projekten sollen Kohlekraftwerke dekarbonisiert und der CO 2-Ausstoß von Gaskraftwerken entscheidend verringert werden, u.a. durch die Integration von Speicherlösungen bis hin zum Einsatz von Grünem Gas. Mit dem Aufbau von Infrastrukturen für Power-to-X trägt Siemens Gas and Power global zur sektorenübergreifenden Dekarbonisierung bei. Siemens bietet alle Kerntechnologien für eine langfristig CO 2-freie Energieversorgung an – von der Strom- und Wärmeerzeugung durch erneuer-bare Energien oder Gaskraftwerke, über die Stromübertragung und -verteilung bis hin zur effizienten Elektrolyse zur Erzeugung von Wasserstoff.

Uniper hat mit der kürzlich vorgestellten neuen Unternehmensstrategie den Wandel hin zu einem klimafreundlicheren Energieversorger eingeleitet. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die CO 2-Emissionen im Segment Europäische Erzeugung von heute 22 Millionen Tonnen auf netto null im Jahr 2035 zu reduzieren. Bereits heute produziert Uniper mit ihren Wasser- und Kernkraftwerken in Deutschland und Schweden rund 24 Terawatt-Stunden CO 2-freien Strom. Unter der neuen Strategie verfolgt das Unternehmen nun das Ziel, sowohl im Geschäft mit konventionellem Gas, als auch in der Stromerzeugung und im Energiehandel konventionelles Gas schrittweise durch Grünes Gas oder Grünen Wasserstoff zu ersetzen.

Uniper ist Vorreiter beim Einsatz der Power-to-Gas-Technologie, die Grünen Wasserstoff möglich macht, und hat frühzeitig entsprechende Projekte initiiert. Die erste Power-to-Gas-Anlage hat das Unternehmen bereits im Jahr 2013 in Falkenhagen errichtet, gefolgt von einer weiteren im Jahr 2015 in Hamburg. Die Anlage in Falkenhagen hat Uniper im Jahr 2018 durch eine Methanisierungsanlage ergänzt. Außerdem treibt Uniper mit verschiedenen Reallaborprojekten sektorenübergreifende Industrieprojekte gemeinsam mit Raffinerien und der Automobilindustrie voran, die den Einstieg in die Wasserstoffproduktion zu Marktbedingungen zeitnah ermöglichen könnten.

Siemens und Uniper sind seit vielen Jahren Partner bei integrierten Produkten, Lösungen und Services entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette. Daneben verbindet die Unternehmen ihre Vorreiterrolle bei Power-to-Gas-Anlagen, in denen Wasserstoff oder Methan aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Power-to-Gas-Anlagen können technisch eine Antwort auf eine der Kernfragen der Energiewende liefern: Wie können die fluktuierenden Energiequellen Sonne und Wind speicherfähig und damit planbar gemacht werden? Ziel dieser Zusammen-arbeit ist es, einen Beitrag zu leisten, um die Wirtschaftlichkeit und damit die Marktfähigkeit von Power-to-Gas-Anlagen zu verbessern.

Uniper-Vorstandvorsitzender Andreas Schierenbeck sagt: „Nach dem Kohleausstieg und der Umstellung auf eine sichere gasbasierte Energieversorgung wird der Einsatz von klimafreundlichem Gas ein großer Schritt zum Gelingen der Energiewende. Somit ist die Dekarbonisierung der Gasindustrie, einschließlich der gasbefeuerten Stromerzeugung, unerlässlich, wenn Deutschland und Europa ihre Klimaziele erreichen wollen. Wir sind bereit zu investieren und haben die strategischen Weichen gestellt, um die Dekarbonisierung unseres Portfolios erheblich zu beschleunigen. Dabei ist es wichtig, Energien zu bündeln, technologieoffen zu handeln und mit bewährten Hochtechnologie-Partnern wie Siemens zusammenzuarbeiten.“

Jochen Eickholt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy, erklärt: „Grüner Wasserstoff kann zum Erreichen der Klimaziele beitragen und ist damit ein Schlüssel zu einer erfolgreichen Energiewende. Und das sektorenübergreifend in Industrie, Mobilität sowie in der Wärme- und Stromerzeugung. Wir stehen jedoch erst am Anfang. Gemeinsame Projekte mit unseren Kunden wie die Partnerschaft mit Uniper mit Fokus auf ‚Brownfield Transformation‘ und die Gestaltung der Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff sind hier äußerst wichtig. Hier können wir zeigen, dass eine CO 2-freie, umweltfreundliche Energieversorgung unter realen Bedingungen und unter Nutzung vorhandener Anlagen möglich und sinnvoll ist. Zusammen arbeiten wir daran, die Herausforderungen bis zur Serienreife und Nutzung von Wasserstoff in großem Maßstab zu meistern und der Welt klarzumachen: Im Wasserstoff liegt unsere Zukunft. Dafür setzen wir uns als Unternehmen ein“, ergänzte Eickholt.

Kontakt

Georg Oppermann

Uniper SE 

Holzstr. 6 40221 Düsseldorf Deutschland 

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In der Siemens Gas and Power GmbH & Co. KG ist das global aufgestellte Energiegeschäft des Siemens-Konzerns gebündelt, der seit mehr als 150 Jahren gemeinsam mit seinen Kunden an Lösungen für die sich weiter entwickelnden Anforderungen von Industrie und Gesellschaft arbeitet. Mit dem geplanten Börsengang wird das Energiegeschäft künftig als Siemens Energy eigenständig agieren. Siemens Energy wird ein breites Spektrum von Kompetenzen entlang der Energiewertschöpfungskette abdecken und ein umfassendes Portfolio für Energieversorger, unabhängige Stromerzeuger, Betreiber von Übertragungsnetzen, die Öl- und Gasindustrie sowie andere energieintensive Branchen anbieten. Mit ihren Produkten, Lösungen, Systemen und Dienstleistungen wird Siemens Energy die Branchen Gewinnung, Verarbeitung und den Transport von Öl und Gas, Strom- und Wärmeerzeugung in zentralen und dezentralen Wärmekraftwerken sowie Stromübertragung und Technologien für die Energiewende einschließlich der Energiespeicherung und Sektorkopplung adressieren. Die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa Renewable Energy wird das zukunftsorientierte Portfolio abrunden. Mit der Verpflichtung, eine treibende Kraft der Dekarbonisierung der globalen Energiesysteme zu werden, will Siemens Energy ein bevorzugter Partner für Unternehmen, Gesellschaften und Kunden auf ihrem Weg in eine nachhaltigere Zukunft sein. Mit rund 90.000 Mitarbeitern weltweit wird Siemens Energy die Energiesysteme von heute und morgen mitgestalten. www.siemens.com. 

In der Uniper ist ein führendes internationales Energieunternehmen und mit rund 11.500 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern aktiv. Mit rund 34 Gigawatt installierter Erzeugungskapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit. Unipers Kernaktivitäten umfassen sowohl die Stromerzeugung in Europa und Russland als auch den globalen Energiehandel sowie ein breites Gasportfolio, das Uniper zu einem der führenden Gasunternehmen in Europa macht. Uniper verkaufte im letzten Jahr ein Gas-Volumen von 2.179,3 Mrd. kWh. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Düsseldorf und ist derzeit das drittgrößte börsennotierte deutsche Energieversorgungsunternehmen. Im Rahmen ihrer neuen Strategie strebt Uniper an, in Europa bis 2035 klimaneutral zu werden.