Wichtiger Schritt hin zum „Zukunftskraftwerk“ in Hamburg-Moorburg erfolgt: Planungsmittel für die Kofinanzierung freigegeben

20. Mai 2021
Hamburg

  • HH 2e AG erweitert Aufsichtsrat um renommierte Persönlichkeiten

 

Die Energiewende in Hamburg-Moorburg nimmt konkret Gestalt an: Mit ihrer Finanzierungszusage „Strategic Decision“ sichert die Uniper SE die nächste Projektphase des Vorhabens „Ikonografisches Zukunftskraftwerk (IZK) - HH 2Europe“. Dabei geht es konkret um die Bewilligung von Projektentwicklungskosten in Millionenhöhe durch die Uniper SE, um so die weiteren Planungen auf dem Weg zu einer finalen Investitionsentscheidung mit Hochdruck weiter voranzutreiben. Damit sind nun seitens Uniper alle für die nächste Projektphase notwendigen Planungs- und Projektierungsmittel bereitgestellt. 

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die erfolgreiche und enge Zusammenarbeit auf Basis dieser Strategic Decision nun verstetigt und weiter intensiviert werden kann“, erklärt dazu Alexander Voigt, Gründer und Vorstand der HH 2e AG. Für die Uniper SE wird Vorstandsmitglied David Bryson, COO und Chief Sustainability Officer, das Projekt federführend begleiten. Mit seinem Eintritt in den Aufsichtsrat der HH 2e AG macht David Bryson, der über langjährige operative Erfahrungen in der Energiewirtschaft verfügt, das Commitment von Uniper zum „Zukunftskraftwerk“ zusätzlich deutlich. Das IZK soll bereits 2025 in Hamburg in Betrieb genommen werden.

Erweiterung des Aufsichtsrates bei der HH 2e AG um weitere Expert:innen:

Zeitgleich zur Einleitung dieser Projektphase erweitert die HH 2e AG ihren Aufsichtsrat um weitere Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Der Aufsichtsrat mit dem Vorsitzenden Prof. Christian Held, sowie um die Mitglieder des Aufsichtsrats Dr. Markus Klimmer, Markus Graebig und Dr. Albrecht Reuter wird erweitert um Dr. Barbara Hendricks, MdB (Bundesumweltministerin a. D.), David Bryson und Dr. Peter Blauwhoff (langjähriger Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell Deutschland GmbH und Vorsitzender des Aufsichtsrates bei Teta Steel Nederland B.V.).

„Uniper hat sich mit „Net-Zero 2035“ ambitionierte Ziele zur CO2-Neutralität gesetzt. Wir waren von Beginn an von dem Konzept von HH 2Europe überzeugt und bringen uns seit der ersten Ideenphase aktiv und mit großem Engagement in die Projektentwicklung ein. Das Projekt wird einen wichtigen Beitrag zur Einleitung der nächsten Stufe der Energiewende in Hamburg und darüber hinaus leisten. In Zusammenarbeit mit der HH 2e arbeiten wir daran, dass die technische und wirtschaftliche Machbarkeit, die Genehmigungslage und die Förderzusage eine finale Investitionsentscheidung ermöglichen.“, erläutert David Bryson.

Auch die Siemens Energy AG bringt sich weiter aktiv und intensiv in die Planungs- und technische Entwicklungsarbeit ein. Gemeinsam mit den weiteren Projektpartnern kombiniert Siemens Energy die innovativen Elemente des „Ikonografischen Zukunftskraftwerks“ in Hamburg-Moorburg. Nach einer Planungs- und Bauzeit von nur vier Jahren sollen Industrie, Haushalte und Mobilität zuverlässig mit grüner Wärme und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien versorgt werden. „Kaum ein anderes Projekt steht so eindeutig und umfangreich für Innovationen und für eine erfolgreiche Transformation der Energieversorgung wie dieses. Daher bringt Siemens Energy seine Expertise als Technologiepartner in das Projekt mit großer Motivation ein“, betont Dr. Jochen Eickholt, Mitglied des Vorstands der Siemens Energy AG.

Die HH 2e AG ist ein hochspezialisierter Projektentwickler für die Nachnutzung und den Umbau fossiler Standorte zu nachhaltiger Energieerzeugung und -versorgung. Mitte Februar 2021 hat die HH 2e AG gemeinsam mit weiteren Projektpartnern eine detaillierte Projektskizze im Kontext der Interessensbekundung zu den sog. EU-Projekten von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI) eingereicht. Gemeinsam mit der Uniper SE, der Siemens Energy AG, der Airbus Operations GmbH und weiteren Partnerunternehmen und -institutionen will die HH 2e AG am Kraftwerkstandort in Hamburg-Moorburg durch ein ikonografisches Zukunftskraftwerk die nächste Stufe der Energiewende einleiten.

Das „Zukunftskraftwerk“ (IZK): Hochtemperaturspeicher, Elektrolyseur und innovative Gasturbine als Hauptkomponenten

Im Kern geht es beim IZK darum, große Windstrommengen zu speichern, zu transformieren und bedarfsgerecht handelsfähige, grüne Energieprodukte bereitzustellen. Erneuerbare Energien werden auf diese Weise in großen industriellen Maßstäben in die Sektoren Wärme, Verkehr und zur Dekarbonisierung der Industrie integriert. Ein Teil der gespeicherten Energie wird als Hochtemperaturwärme in Form von Prozessdampf an die Hamburger Industrie geliefert. Ein weiterer Teil wird durch eine innovative Elektrolysetechnologie in Sauerstoff und Wasserstoff umgewandelt. Die Gasturbine stellt grüne Spitzenlast als innovative Kraftwerkskomponente bereit.

Das Besondere: Der erneuerbare Strom wird durch das Zukunftskraftwerk durchschnittlich über vier Stunden täglich aufgenommen und über 24 Stunden als grüne Wärme, Prozessdampf, Wasserstoff und Wasserstoffprodukte sowie Sauerstoff bereitgestellt. Damit passt sich das System an die Erzeugungsspitzen erneuerbarer Energien an, optimiert damit die Strombezugskosten und minimiert zugleich die Kosten für die Wasserstoffspeicherung.

So gelingt es, grünen Wasserstoff in großen Mengen bedarfsgerecht direkt an die Industrie und weitere Abnehmer, z. B. in der Mobilität zu liefern. Perspektivisch wird es dadurch möglich, den Wasserstoffbedarf der Hamburger energieintensiven Industrie komplett emissionsfrei zu machen. Außerdem könnten künftig Liefer- und Schwerlastverkehr sowie auch Schiffe im Hamburger Hafen und der Umgebung mit grünem Wasserstoff oder z. B. grünem Ammoniak klimaneutral unterwegs sein.

Weiteres Ziel: In Hamburg soll eine Wasserstoff-Handelsplattform entstehen: Der Aufbau eines integrierten Energiesystems soll mit der Entstehung einer Wasserstoff-Handelsplattform einhergehen, die zum internationalen Marktplatz für den physikalischen und bilanziellen Handel mit Wasserstoff wird., Auch weitere, aus grünem Wasserstoff gewonnene Power to X-Energieträger wie z. B. Ammoniak, Methanol oder synthetische Kraft- und Brennstoffe zählen dazu. Diese geplante Plattform soll einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer regional, national und global vernetzten Wasserstoffwirtschaft werden, deren wichtiges Kraftzentrum und Handelsplatz Hamburg sein wird.

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HH2e AG

Die HH2e AG vereint Pioniergeist, Innovationskraft, technisches Know-how, energiewirtschaftliche Expertise und rund 30 Jahre Erfahrung mit der Planung und Umsetzung von Projekten zur Umsetzung der Energiewende. Die HH2e AG hat ihren Sitz in Hamburg.

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Uniper ist ein internationales Energieunternehmen mit rund 12.000 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen plant, in der europäischen Stromerzeugung bis 2035 CO2-neutral zu werden. Mit rund 35 Gigawatt installierter Kapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit. Unipers Kernaktivitäten umfassen sowohl die Stromerzeugung in Europa und Russland als auch den globalen Energiehandel, sowie ein breites Gasportfolio, das Uniper zu einem der führenden Gasunternehmen in Europa macht. Uniper setzte 2020 ein Gas-Volumen von mehr als 220 bcm um. Uniper ist zudem ein verlässlicher Partner für Kommunen, Stadtwerke und Industrieunternehmen bei der Planung und Umsetzung von innovativen, CO2-mindernden Lösungen auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung ihrer Aktivitäten. Als Pionier im Bereich Wasserstoff ist Uniper weltweit entlang der kompletten Wertschöpfungskette tätig und realisiert Projekte, um Wasserstoff als tragende Säule der Energieversorgung nutzbar zu machen.

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