Siemens Energy hat seine Investitionspläne, die das Unternehmen im vergangenen November beim Kapitalmarkttag in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) vorgestellt hat, konkretisiert: Insgesamt eine Milliarde US Dollar investiert Siemens Energy in den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten in den USA. In den kommenden Jahren sollen zudem 1.500 Mitarbeitende eingestellt werden. Derzeit hat das Unternehmen in den USA rund 12.000 Beschäftigte.
Die USA verzeichnen momentan einen beispiellosen Anstieg des Strombedarfs. Der schnelle Ausbau von Rechenzentren und KI Infrastruktur sowie die zunehmende Elektrifizierung neuer Industrien treiben den Stromverbrauch stark nach oben. Um diesen Bedarf zu decken, muss das Land seine Netzinfrastruktur modernisieren und ausbauen und gleichzeitig zusätzliche Erzeugungskapazitäten schaffen.
Die jetzt angekündigten Maßnahmen umfassen die Erweiterung bestehender Fabriken. Dabei handelt es sich vor allem um zusätzliche Kapazitäten für Produktion und Wartung von Transformatoren, die für den effizienten Transport von Strom über Hochspannungsnetze gebraucht werden. Außerdem ermöglichen die Investitionen die lokale Fertigung einiger weniger großer Gasturbinen. Die Hauptproduktion dieser Turbinen bleibt weiterhin in Berlin.
Darüber hinaus entsteht im US-Bundesstaat Mississippi ein neues Werk, das künftig zentrale Komponenten für das Stromnetz herstellen wird. Alle Investitionen sind auf einen effizienten und marktgerechten Kapazitätsausbau ausgerichtet, um langfristig Überkapazitäten zu vermeiden.
Insgesamt plant Siemens Energy, in den kommenden Jahren rund 1.500 neue Mitarbeitende an seinen US Standorten einzustellen – insbesondere in den Bereichen Produktion, Betrieb und Engineering. Das Unternehmen setzt dabei gezielt auf Aus- und Weiterbildungsprogramme nach deutschem Vorbild, die es Beschäftigten in allen Karrierephasen ermöglichen soll, sich langfristig für Tätigkeiten im US amerikanischen Energiemarkt zu qualifizieren.
„Siemens Energy produziert seit mehr als einem Jahrhundert in den Vereinigten Staaten – und wir erleben derzeit ein außergewöhnliches Wachstum, wie es nur selten vorkommt. Der Aufschwung der US Industrie und das rasante Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz treiben diese Entwicklung maßgeblich voran“, sagte Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy. „Die US Regierung setzt klare Prioritäten bei Energiesicherheit, einem zuverlässigen und widerstandsfähigen Stromnetz sowie beim Ausbau industrieller Arbeitsplätze. Dadurch steigt der Energiebedarf deutlich und es entstehen neue Investitionen im gesamten Energiesektor. Von dieser Dynamik wollen wir profitieren – denn letztlich kommen die daraus resultierenden Aufträge und Investitionen auch unseren deutschen Werken zugute.“