Siemens Energy elektrifiziert neuartige Bioraffinerie in Deutschland

23. Juni 2021
München

  • Die Anlage im industriellen Maßstab erzeugt grüne Biochemikalien ohne den Einsatz von fossilen Rohstoffen
  • Die Bioraffinerie ist die erste für den Betrieb in industriellem Maßstab ausgelegte Anlage ihrer Art
  • Siemens Energy liefert die gesamten Elektrifizierungs-, Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen (EAD) sowie einen vollständigen digitalen Zwilling

 

Das finnische Unternehmen UPM-Kymmene entschied sich für Siemens Energy als Lieferanten der Elektrifizierungs-, Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen für die innovative Bioraffinerie der nächsten Generation, die sich derzeit in Leuna (Deutschland) im Bau befindet. 

Die Bioraffinerie ist die erste für den Betrieb in industriellem Maßstab konzipierte Anlage ihrer Art. In ihr kommen neuartige Prozessinnovationen zum Einsatz, mit denen aus 100 Prozent Holz in nachhaltigen Prozessen Monoethylenglykol (MEG) und Monopropylenglykol (MPG) auf Holzbasis sowie erneuerbare Funktionsfüllstoffe gewonnen werden. MEG und MPG sowie Funktionsfüllstoffe wurden seit jeher aus fossilen Rohstoffen erzeugt. UPM bietet jetzt Alternativen, mit denen der CO2–Fußabdruck von Enderzeugnissen wie PET-Flaschen, Verpackungsmaterialien, Textilien oder Gummiprodukte, wie sie in verschiedenen Anwendungen im Kfz-Sektor zum Einsatz kommen, erheblich verringert wird. Der Lieferumfang von Siemens Energy für dieses Projekt umfasst:

  • Elektrifizierung: ein anlagenweites Mittel- und Niederspannungs-Stromverteilersystem und Antriebssystem (Motorleitstand, Regelantriebe, Motoren)
  • Automatisierung: ein Prozessleitsystem für unterschiedliche Prozessbereiche und RemoteE/A-Schaltschränke (für insgesamt 9000 Prozessobjekte) einschließlich Sicherheits- und ATEX-Funktionen für explosionsgefährdete Atmosphären
  • Digitalisierung: ein vollständiger digitaler Zwilling für die gesamte Anlage, der den gesamten Lebenszyklus der Raffinerie abdeckt – von den integrierten Konstruktionsleistungen bis zum integrierten Betrieb.

Mit der Bioraffinerie in Leuna geht UPM den nächsten Schritt in der Erweiterung der eigenen Geschäftstätigkeit auf Biomasseprodukte und Lösungen auf Holzbasis.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den Monoethylenglykolen und Monopropylenglykolen auf Biobasis und erneuerbaren Funktionsfüllstoffen, die in Leuna hergestellt werden, die hohe Nachfrage der Kunden und Endanwender decken können, die einen Wandel hin zu einem wirklich nachhaltigen Portfolio vollziehen möchten“, betonte Juuso Konttinen, Vizepräsident von UPM Biochemicals. „Durch die Einbindung der Digitalisierungslösungen und den digitalen Zwilling von Siemens Energy schaffen wir die Grundlagen für sichere und wirtschaftliche Betriebsabläufe.“

Die Bioraffinerie soll Ende 2022 in Betrieb gehen. Bei voller Anlagenleistung wird die jährliche Gesamtkapazität 220 000 Tonnen betragen.

„Als global führendes Unternehmen für die Dekarbonisierung in der Industrie freuen wir uns sehr, dass wir den Zuschlag als vertrauenswürdiger Partner und Mittler für dieses bahnbrechende Projekt erhalten haben“, erklärte Jennifer Hooper, Senior Vice President von Industrial Applications Solutions für Siemens Energy. „Wir freuen uns darauf, UPM darin zu unterstützen, die weltweite Abhängigkeit von chemischen Erzeugnissen aus fossilen Rohstoffen zu verringern und den Umwälzungsprozess hin zu einer nachhaltigeren Welt zu begleiten.”

Oben: Ein Beispiel einer Bioraffinerie, wie sie in ähnlicher Form von UPM-Kymmene in Leuna (Deutschland) errichtet wird (Foto: UPM-Kymmene).
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