SYNEQT betreibt einen der größten Chemieparkstandorte Deutschlands und verfügt vor Ort über vier Gasturbinen des Typs SGT-800. Die Industrial Demonstrator Turbine von Siemens Energy hat eine der vier bislang betriebenen Turbinen ersetzt. Die ursprünglich vorhandene Gasturbine bleibt als Reserve vor Ort verfügbar und gewährleistet damit eine hohe Anlagenverfügbarkeit in der Testphase. Eine solche Validierung unter Betriebsbedingungen ergänzt andere interne Prüfverfahren, um sicherzustellen, dass neue Produkte die geforderten Spezifikationen erfüllen und dauerhaft zuverlässig arbeiten. Wichtige Komponenten, die im Rahmen des Projekts untersucht werden, sind unter anderem Turbinenleit und- laufschaufeln sowie Brenner. Da die Testturbine in einer Konfiguration mit mehreren Turbinen betrieben wird, bleiben eventuelle technische Risiken auf die Turbine selbst begrenzt und haben keine Auswirkungen auf den Betrieb des Kraftwerks. Dadurch wird für den Anlagenbetreiber das Risiko von Betriebsunterbrechungen minimiert.
Das Konzept ermöglicht Langzeittests neuer Technologien, darunter Gasturbinenkomponenten aus additiver Fertigung sowie fortschrittlicher Materialien und Beschichtungen, direkt im kommerziellen Anlagenbetrieb. Aufbauend auf vorangegangene Entwicklungs-, Prüfstands- und Komponentenversuche liefert der kontinuierliche Testbetrieb über mehrere tausend Stunden wichtige Erkenntnisse für die weitere Qualifizierung dieser Technologien und für die nächste Generation von Gasturbinenkomponenten. Diese tragen dazu bei, die Effizienz, Zuverlässigkeit, Fertigung und Lebensdauer von Gasturbinen weiter zu verbessern.
Vanessa Bauch, Leitung Gas Services Distributed bei Siemens Energy, dazu: „Die Industrial Demonstrator Turbine ermöglicht es uns, innovative Gasturbinen-Technologien unter realen Einsatzbedingungen zu testen. Wir erproben alle neuen Komponenten ausführlich in unseren Fertigungsstätten und hauseigenen Testcentern und nutzen moderne Simulationstools, um ihr Verhalten im Betrieb zu antizipieren. Für Langzeittests unter realen Last- und Leistungsbedingungen sind jedoch Partnerschaften mit Kunden wie SYNEQ hilfreich.“
Lorena Piles Tortajada, Betriebsleiterin Kraftwerke IV und VII bei SYNEQT, sagt:
„Eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Anlagenbetreibern ist entscheidend, um Innovationen in der Stromerzeugung schneller voranzubringen. Dieses Projekt mit Siemens Energy zeigt, wie sich Technologieentwicklung und zuverlässiger Anlagenbetrieb erfolgreich miteinander verbinden lassen.“