Siemens Energy verbindet irisches Stromnetz erstmals mit europäischem Festland

25. November 2022
Paris

  • HGÜ-Technologie verbindet erstmals Stromnetze von Irland und Frankreich
  • Austausch von bis zu 700 Megawatt
  • Höhere Energiesicherheit, bessere Integration erneuerbarer Energien, niedrigere Stromkosten

 

Siemens Energy wird die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) für Celtic Interconnector, eine Stromautobahn zwischen Frankreich und Irland, liefern. Es ist die erste Stromverbindung zwischen Irland und dem europäischen Festland. Das Projekt erhöht die Sicherheit der Stromversorgung in beiden Ländern und erleichtert die Integration erneuerbarer Energien in das europäische Stromnetz. Der Auftragswert für Siemens Energy liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Verbindung wird gemeinsam von EirGrid, dem irischen Stromübertragungsnetzbetreiber, und seinem französischen Pendant RTE entwickelt. 

Der Celtic Interconnector hat eine Gesamtlänge von 575 Kilometer. 500 Kilometer der Kabel verlaufen durch die Keltische See. Über so lange Strecken kann Strom nur in Form von Gleichstrom transportiert werden, alles andere wäre unwirtschaftlich. Siemens Energy baut dafür an den Endpunkten der Leitung zwei Konverterstationen – eine bei Knockraha in der Region Cork in Irland, die andere bei La Martyre in Frankreich. Beide Stationen können Wechselstrom, der aus dem jeweiligen nationalen Netz eingespeist wird, für den Transport in Gleichstrom umwandeln. Die Station am anderen Ende der Leitung wechselt dann den Strom zurück in Wechselstrom, so dass er wieder in das nationale Netz eingespeist werden kann. In Zukunft kann Irland so französischen Strom importieren, um die Grundlast im Netz zu sichern oder – nach Umsetzung der ehrgeizigen Windenergie-Ausbaupläne des Landes – überschüssige erneuerbare Energie nach Europa zu schicken.

Die Konverterstationen ermöglichen den Austausch von bis zu 700 Megawatt Strom in beide Richtungen. Das entspricht der Versorgung von rund 450.000 Haushalten. Die Inbetriebnahme des Celtic Interconnector ist für 2026 geplant.

„Wir können es uns absolut nicht leisten, Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu verschwenden. Jedes überschüssige Elektron, das wir mit anderen Verbrauchern teilen, bringt uns unseren Klimazielen näher“, sagt Tim Holt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy. „Die Verbraucher profitieren durch die zunehmende Vernetzung Europas von einem offeneren Strommarkt, höherer Energiesicherheit und niedrigeren Stromkosten. Das zeigt: nur gemeinsam können wir das Energie-Trilemma aus Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Energiesicherheit bewältigen.“

Bei der Dekarbonisierung der europäischen Energielandschaft spielt die HGÜ-Technologie eine entscheidende Rolle: Stromverbindungen zwischen benachbarten Ländern verringern das Risiko von Stromausfällen und erleichtern die Integration von variablen erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind. Die EU hat daher das Ziel gesetzt, dass jedes Land bis 2030 über eine elektrische Verbindungskapazität von mindestens 15 Prozent seiner installierten Energieerzeugung verfügen muss. Im Jahr 2021 gaben 16 Länder an, dieses Ziel bis 2030 zu erreichen oder es sogar erreicht zu haben.

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Christina Hümmer

Siemens Energy 

 

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